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Über Umwelt, Masse und Verleugnung.

Es war 1984, dass ich als junger PR-Mann im Deutschen Industrie- und Handelstag in Bonn die große Veranstaltung zur Verleihung eines Wirtschaftspreises organisierte. Bonn war damals Sitz von Regierung und Parlament, und entsprechend hochrangig würden die mehreren Hundert Gäste sein. Um von der seinerzeit noch standardmäßigen Variante „Buchsbaum-Stehpult-Reden-Streichquartett“ wegzukommen, hatte ich mir ein für damalige

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Ein paar Gedanken zur Eifersucht.

So alle vier bis sechs Wochen rief Mary mich an, wenn sie von ihrem Alten mal wieder in den Wahnsinn getrieben wurde. „Du, ich halt das nicht mehr aus! Diese an-dau-ern-den Verdächtigungen!“ Dieter hatte lange Jahre im Vorstand eines Unternehmens geherrscht, bis er sich zur Ruhe gesetzt hatte. Er hatte einen knallharten Ruf besessen: dominant,

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Ein paar Gedanken zum Denken.

„Hey, du bist wieder da?“, freute ich mich. Mein Nachbar Rudi war seit acht Wochen in der geschlossenen Abteilung der Bonner Landesklinik, nachdem er infolge exzessiven Tablettenmissbrauchs psychisch abgebaut hatte, bis er wüste Hasszustände bekam und in seiner Wohnung randalierte. Erst als er anfing zu halluzinieren und allerlei seltsame Dinge zu sehen, rafften seine alten

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Über das kurzfristige Denken.

Mein Onkel Guggi war stets gut gekleidet und von gewinnend charmantem Auftreten. – Jedenfalls, solange sie ihn nicht einsperrten, aber das kam halt immer wieder mal vor. Als er als Endfünfziger früh das Zeitliche segnete, hatte er an die acht Jahre gesiebte Luft geatmet, vorwiegend in Stadelheim, welches in Ganovenkreisen unter dem Namen „St. Adelheim“

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Ein paar Gedanken zur Homophobie.

Ein Lackel von Mannsbild war er, der Leitmeier Franzi. Groß, breitschultrig, voller Kraft, und irgendwie auch immer a bissl gefährlich. „Solcherne wie so einen, mei´ Lieber, die hab i g´fressen!“ schnaubte er. „Da hört sich der Spaß auf!“ Ich war in den Midteens und lauschte ergriffen, denn der Franzi, ein selbständiger Dachdecker, genoss überall Ansehen

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Ein paar Gedanken zum Perfektionismus.

In Otto Prokops Lehrbuch der forensischen Medizin findet sich ein besonders bizarrer Fall eines genau durchgeplanten Suizids: In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte ein Mann aus Berlin sich entschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Da er unübersehbar großen Wert auf den Erfolg seines Vorhabens legte, hatte er sich für sein Vorhaben ein

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Über den Bewegungszwang.

„I versteh den Aumiller Hanse net!“, schüttelte der Erwin den Kopf. „Is er schwer zuckerkrank, und trinkt er trotzdem jeden Tag seine sieben-acht Halbe Weißbier.“ „ Da wird er innen drin schon auskristallisieren.“, runzelte ich die Stirn. „Verstehst, is er fast blind vom Zucker, und fahrt er immer noch mit´m Auto! Er kennt die Streck´,

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Über Coaching und Annehmen.

Ich war 32, als ich mit Tor, Kjell und Olav aufbrach zu unserer Inlandeisüberquerung auf Spitzbergen. GPS, Handy und Internet waren noch unbekannt, und man verließ sich auf ein paar Gletscherkarten und auf Tors alten Militärkompass. Oft zuvor war ich zuhause gesessen und hatte voller Beklemmung auf meine Spitzbergen-Karte gestarrt: Eine wild zerklüftete Insel im

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Über Russen, Rechte und Verleugnung.

Über Russen, Rechte und Verleugnung. Zu Anfang war Witalij Witaljewitsch ein reiner Sprechautomat. Der ehemalige KGB-Chef Andropow war sowjetischer Parteichef geworden und hatte Breschnews eisernes Regiment einfach übernommen, so dass Witalij nichts anderes blieb als peinlichst genau die „Ssajawlenie“, also die jeweilige Verlautbarung seiner Regierung, aufzusagen wie ein Weihnachtsgedicht. – Ich lernte ihn im Sommer

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Ein paar Gedanken zur Hysterie.

Ursprünglich war Horst wegen eines Problems im Job zu mir gekommen, aber heute hatte er restlos die Schnauze voll. Vor drei-vier Monaten war er der Frau seines Herzens begegnet. Dachte er. Sie war intelligent, gebildet, eloquent, schlank, gut gebaut, im Bett ein wahrer Feuersturm und dazu „wahnsinnig nett“, und sie wusste aufgrund ihres Berufs als