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Über Frauensolidarität.

Es war halt so, dass Irmi nicht mehr weiterwusste, weil der Kollege, mit dem sie das Büro teilte, sie nicht in Ruhe ließ. Anfangs waren es lose Sprüche gewesen, dann die eher beiläufigen Berührungen und schließlich eine dreist knetende Hand auf ihrer Brust. Die Attacken wiederholten sich, und dies in immer kürzeren Abständen, und die

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Über Sexualisierung.

„Bin ja auch nur´n Mann…“, murmelt Hanno mit hochrotem Kopf. „Hält kein Mensch aus, sowat!“ Der Betriebsleiter in einem Kartonagebetrieb, ein schlichter, eher zurückhaltender Mittvierziger aus der Dortmunder Ecke, wirkt arg durcheinander. Eine Untergebene namens Iris, Mitte dreißig und von anscheinend offensivem Wahrnehmungsbedürfnis, bringt ihn schwer in Bedrängnis. „Wenn die mit mich redet, tritt die

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Über eine Flucht.

Auch wenn es gut gemeint ist: Man kann natürlich nicht für eine andere Person einen Coachingtermin buchen. Nur wenn der/die Betroffene selbst den Wunsch verspürt, etwas zu verändern, macht das Ganze Sinn. Ein einziges Mal in meiner sechzehnjährigen Praxis habe ich mich – wenngleich unwissentlich – auf solch eine Situation eingelassen, als ein Mann mir

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Über Väter als Erfolgsfaktor.

Als es Kahlenborn nach allen Regeln der Kunst zusammenhaute, hatte niemand im Betrieb damit gerechnet. Sie kriegten ihn reanimiert, und nach zwei Wochen Intensivstation und drei Wochen auf Station schickten sie ihn erst nach Hause und dann in die Reha. Insgesamt war er ein halbes Jahr außer Gefecht, und er rechnete es seiner Firma hoch

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Über Entscheidungsunfähigkeit.

„Sagen Sie mal, hab ich da echt so danebengehauen?“ „Sieht so aus.“ „Der Mann ist ein Totalausfall in der neuen Position!“ Lukas hatte einen Mitarbeiter namens Dennis befördert, mit dem er zwei Jahre lang stets zufrieden gewesen war: Der hatte alles tadellos erledigt, was man ihm aufgetragen hatte. In der neuen Position sollte er für

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Über Mitarbeiter mit Waschzwang.

Als Brenner anfing, im ganzen Büro die Türklinken zu desinfizieren, wurde es dann doch etwas viel. Bisher hatte man seine zunehmenden Eigenheiten toleriert, wenngleich bisweilen stirnrunzelnd, aber nun wirkte es sich auf die Stimmung im Büro aus. Geschäftsführerin Maja, eher eine von der toughen Sorte, untersagte ihm „diesen Quatsch“, doch da die Türen alle nach

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Über Ich-Grenzen im Job.

Immer wieder erstaunlich, wie erwachsene Menschen sich durch den Job deformieren lassen. Es lässt Rückschlüsse darauf zu, wie hoch der Anpassungsdruck im Arbeitsleben geworden ist, und mit welcher Kaltschnäuzigkeit oft über Individualität hinwegregiert wird. Dabei ist gerade sie es, deren Förderung Mitarbeiterloyalität erzeugt und sichert, und deren Verletzung zu Entwertung und Leidensdruck führt. Nicht selten

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Über Versagen als Vorgesetzter.

Lurchi war ein Ernster und Nachdenklicher. Man merkte ihm an, dass er suchte und schnell in Selbstzweifel verfiel, wenn zum Beispiel seine Offenheit nicht erwidert wurde und jemand, dem er sich zugewandt hatte, ihn hängen ließ. Seine Gattin Vroni, ein robuster und zupackender Typ, dem er sich gerne unterordnete, schien ihm den Halt zu geben,

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Über Ordnung im Job.

Der Heini liebte die Ordnung. So sehr, dass er damit alles durcheinander brachte. Der große gesellschaftliche Vorteil mancher öffentlich-rechtlichen Institutionen – so jedenfalls meine Erkenntnis aus 20 Jahren Zusammenarbeit mit Bundesministerien und Bundestag – besteht ja darin, dass sie eine Art von Personal lebenslang versorgen, das in der freien Wirtschaft keine zwei Wochen überleben würde

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Über ausdruckslose Vorgesetzte.

Für Nella war es doppelt hart. Sie war eine quirlige, aufgedrehte und kontaktfreudige Anfangsvierzigerin, die gerne mit Menschen zu tun hatte und das auch zeigte. Ihrem Gegenüber begegnete sie mit einer warmherzigen Neugier, die auf echtem Interesse basierte und nicht bloß auf Förmlichkeit. – Was sie gab, erwartete sie allerdings auch zurück: Sie brauchte den