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Ein paar Gedanken zur Homophobie.

Ein Lackel von Mannsbild war er, der Leitmeier Franzi. Groß, breitschultrig, voller Kraft, und irgendwie auch immer a bissl gefährlich. „Solcherne wie so einen, mei´ Lieber, die hab i g´fressen!“ schnaubte er. „Da hört sich der Spaß auf!“ Ich war in den Midteens und lauschte ergriffen, denn der Franzi, ein selbständiger Dachdecker, genoss überall Ansehen

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Ein paar Gedanken zum Perfektionismus.

In Otto Prokops Lehrbuch der forensischen Medizin findet sich ein besonders bizarrer Fall eines genau durchgeplanten Suizids: In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte ein Mann aus Berlin sich entschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Da er unübersehbar großen Wert auf den Erfolg seines Vorhabens legte, hatte er sich für sein Vorhaben ein

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Über den Bewegungszwang.

„I versteh den Aumiller Hanse net!“, schüttelte der Erwin den Kopf. „Is er schwer zuckerkrank, und trinkt er trotzdem jeden Tag seine sieben-acht Halbe Weißbier.“ „ Da wird er innen drin schon auskristallisieren.“, runzelte ich die Stirn. „Verstehst, is er fast blind vom Zucker, und fahrt er immer noch mit´m Auto! Er kennt die Streck´,

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Über Coaching und Annehmen.

Ich war 32, als ich mit Tor, Kjell und Olav aufbrach zu unserer Inlandeisüberquerung auf Spitzbergen. GPS, Handy und Internet waren noch unbekannt, und man verließ sich auf ein paar Gletscherkarten und auf Tors alten Militärkompass. Oft zuvor war ich zuhause gesessen und hatte voller Beklemmung auf meine Spitzbergen-Karte gestarrt: Eine wild zerklüftete Insel im

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Über Russen, Rechte und Verleugnung.

Über Russen, Rechte und Verleugnung. Zu Anfang war Witalij Witaljewitsch ein reiner Sprechautomat. Der ehemalige KGB-Chef Andropow war sowjetischer Parteichef geworden und hatte Breschnews eisernes Regiment einfach übernommen, so dass Witalij nichts anderes blieb als peinlichst genau die „Ssajawlenie“, also die jeweilige Verlautbarung seiner Regierung, aufzusagen wie ein Weihnachtsgedicht. – Ich lernte ihn im Sommer

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Ein paar Gedanken zur Hysterie.

Ursprünglich war Horst wegen eines Problems im Job zu mir gekommen, aber heute hatte er restlos die Schnauze voll. Vor drei-vier Monaten war er der Frau seines Herzens begegnet. Dachte er. Sie war intelligent, gebildet, eloquent, schlank, gut gebaut, im Bett ein wahrer Feuersturm und dazu „wahnsinnig nett“, und sie wusste aufgrund ihres Berufs als

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Über ein Ich im Käfig.

Als wir Kinder waren, beneideten wir Gordon. Er stammte aus einer erfolgreichen Unternehmerfamilie, trug viel bessere Klamotten als wir und besaß auch ein teures Fahrrad, von dem wir selber nur träumen konnten: Rennlenker und dazu Tacho mit Zeituhr von VDO, das war mehr als ein Statussymbol, eher schon grenzte es uns nach unten ab. Doch

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Ein paar Gedanken zur Spontaneität.

„Hammer, ist die süß!“ Spontan starrte ich auf die großen dunklen Augen, die in Richards Entwicklerbad immer mehr Kontur gewannen. Richard grinste zufrieden im Dunkelrot seiner Laborlampe und belichtete weitere Bögen Fotopapier, um auch diese in die Entwicklerschale zu legen, sie dann zu spülen und sie anschließend im Fixierbad zu platzieren, bevor er sie mit

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Über die Abspaltung

Obwohl ich eine Menge über ihn gehört hatte, hatte ich Landon nie persönlich kennengelernt, aber ich wusste, dass er Menschen getötet hatte. Er war Mitglied einer britischen Spezialeinheit gewesen und hatte eine Reihe verdeckter Einsätze in allen möglichen Ländern des Mittleren Ostens absolviert, an deren Ende stets eine „Zielperson“ das Leben verlor, meist mit Schüssen

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Über Missbrauch und Spätfolgen im Job.

Susi war eine Einserschülerin, und als unser Religionslehrer, ein verschlagener kleiner Pfaffe, uns die Klassenarbeit herausgab, hatte sie selbstverständlich die beste von allen geschrieben. Dennoch kritisierte er sie vor der gesamten Klasse für ihre winzige Krakelschrift, die sie erst seit kurzem zeigte und die kaum mehr zu lesen war. Es gipfelte in der gebellten Feststellung: